Bräuche & Wissen

Weihnachten im Norden: 10 Bräuche zwischen Nordsee & Ostsee

Vom LE FLUX Weihnachtszauber-Team5. November 2026≈ 7 Minuten Lesezeit
Weihnachtsbräuche im Norden

Wir sitzen in Stockelsdorf, zwischen Lübecks Backsteingotik und der Ostsee. Hier hält man Weihnachten so: leise beginnend, laut feiernd, lange nachbebenend. Diese 10 Bräuche prägen den Norden.

1. Heiligabend = Kartoffelsalat & Würstchen

Der Norden ist stolz auf seine Bescheidenheit am 24. Dezember: Kartoffelsalat (und zwar die hausgemachte Version der Oma, nicht der Beutel), dazu Wiener oder Bockwurst. Die Gans kommt am 1. Weihnachtsfeiertag – Heiligabend ist für Kinder und Bescherung reserviert.

2. Bescherung am 24., nicht am 25.

Während der Süden das Christkind am Abend einschweben lässt, ist im Norden die Regel: „Nach dem Kartoffelsalat kommt der Weihnachtsmann.“ Oft klopft er (bei uns wörtlich – siehe unseren Ablauf), manchmal klingelt er, manchmal liest er vorher aus dem goldenen Buch.

3. Der Klönschnack vor dem Kamin

„Klönen“ heißt plaudern – und der Weihnachtsklönschnack ist im Norden eine Sportart: Kaffee, Stollen, Nußknacker, drei Stunden Gespräche. Der zuverlässigste Conversation-Starter: „Und, was stand dies Jahr im goldenen Buch?“

4. Nikolaus mit Knecht Ruprecht

In Schleswig-Holstein kam traditionell beides: der gute Bischof und sein dunkler Begleiter. Heute ist Ruprecht entschärft – bei uns kommt er gar nicht mehr vor, dafür klopft Olaf an. Die Kinder finden den Schneemann deutlich charmanter.

5. Lübecker Weihnachtsmarkt & Niederegger

Der Lübecker Christmas-Market vor dem Holstentor ist einer der ältesten Deutschlands. Norddeutsche Familien-Tradition: Markt, Marzipan von Niederegger, Glühwein am Koberg. Wer einen Stand plant, dem hilft unser Markt-Service mit Popcorn & Punsch-Kessel.

6. Weihnachtsschwimmen & Eisbaden

Nielsinn in Travemünde, Eisbaden in der Ostsee am 1. Januar: Der Norden liebt das brutale Erfrischende. Wer mitmacht, bekommt Respekt. Wer zusieht, bekommt Glühwein. Beides ist weihnachtlich.

7. Der Boomlöffel & das Sternsingen

In manchen holsteinischen Dörfern ziehen Kinder am Heiligabend mit ausgeschnittenen Sternen und geschnitzten Löffeln von Tür zu Tür – ein Brauch, der langsam verschwindet und deshalb umso schützenswerter ist.

8. Tannenbaum-Verbrennen am 6. Januar

Dreikönigstag: Der Baum muss raus – und zwar mit Feuer. In vielen Gemeinden werden die Bäume gemeinsam verbrannt, dazu Glühwein und Bratwurst. Der Norden verabschiedet Weihnachten nicht, er feiert es mit Finale.

9. Rummelpottlauf an Silvester

Eigentlich ein Silvester-Brauch, aber im Advent programmiert: Kinder ziehen mit dem Rummelpott (einer Trommel) von Tür zu Tür, singen und bekommen Süßes – „Rummelpott, Rummelpott, giw mi en Pott…“.

10. Die zweite Bescherung: der 27. Dezember

Der „dritte Weihnachtstag“ ist im Norden der Tag der Wahlverwandtschaft: Freunde besuchen, Reste-Essen, nochmal Torte. Wer am 27. noch Besuch hat, hat Weihnachten richtig gemacht.

Norddeutsche Regel Nr. 1: Über Weihnachten klönen darf jeder. Über die Hausrezeptur des Kartoffelsalats spricht man nicht.

Wir bringen den Norden-Weihnachtszauber zu euch

Von Flensburg bis Rostock: Weihnachtsmann, Olaf, Backstube und Events – alles aus Stockelsdorf.