
Weihnachtsbräuche im Norden
Klönstübchen, Kartoffelsalat am Heiligabend, Tannenbaum-Verbrennen im Januar: Die norddeutschen Weihnachtsbräuche – von echten Nordlichtern erklärt.

Am Vorabend des 6. Dezembers stehen in Norddeutschland geputzte Stiefel vor der Tür. Am Morgen: Mandarinen, Nüsse, Schokolade. Aber wer war dieser Nikolaus eigentlich? Eine kurze Geschichte für alle, die es ihren Kindern (oder sich selbst) erklären wollen.
Nikolaus von Myra lebte um 300 nach Christus als Bischof in Kleinasien (heute Türkei). Über ihn kursieren Geschichten, die alle eines gemeinsam haben: Er half heimlich und großzügig. Die bekannteste: Ein Vater konnte die Mitgift für seine drei Töchter nicht bezahlen – sie wären vermutlich in die Sklaverei geraten. Drei Nächte hintereinander warf Nikolaus einen Beutel Gold ins Haus (in manchen Versionen durchs Fenster, in anderen in die im Feuer stehenden Strümpfe). Die Töchter konnten heiraten.
Daraus wurde der Brauch, Kinder zu beschenken – zunächst am Nikolaustag, bis die Reformation die Heiligenverehrung kritisch sah und Martin Luther die Bescherung auf Weihnachten verlegte. Der Weihnachtsmann ist also historisch gesehen ein Nikolaus-Nachfolger mit neuem Outfit.
Das ist der traditionelle Todestag des Nikolaus. In der katholischen und orthodoxen Kirche ist er bis heute einer der beliebtesten Heiligen – Schutzpatron der Kinder, der Seeleute, der Kaufleute. Der Vorabend (der 5. Dezember) ist in Norddeutschland der Nikolaus-Abend: Stiefel raus, und mit etwas Glück kommt der Mann in rotem Bischofsgewand persönlich.
| Nikolaus | Weihnachtsmann | |
|---|---|---|
| Tag | 6. Dezember | 24. Dezember |
| Outfit | Bischofsmütze, Stab, roter Mantel | Rotes Kostüm, weißer Bart, Gürtel |
| Aufgabe | Kleine Gaben: Früchte, Nüsse, Süßes | Hauptbescherung |
| Begleiter | Knecht Ruprecht (schwarze Robe) | Olaf – bei uns zumindest |
| Ton | Ernst, prüfend, gütig | Herzlich, fröhlich, spielerisch |
Der Stiefel (oder Teller) kommt in den meisten norddeutschen Familien am 5. Dezember abends raus. Die Regel, die Kinder kennen: „Waren du artig, gibt es etwas Gutes – warst du nicht, bringt Knecht Ruprecht die Rute.“ In der Praxis landet in 99 % der Stiefel trotzdem etwas Nettes – die Rute (ein Zweig, gold-lackiert) ist heute eher Deko als Drohung, und das ist auch gut so.
Der Nikolaus ist für Kitas die stressfreiere Variante des Weihnachtsmanns: kürzere Besuche, kleinere Geschenke, kein Heiligabend-Druck. Unser Nikolaus-Besuch (119 €) am 5./6. Dezember umfasst Stiefel, Stab, das goldene Buch und das Lied „Lasst uns froh und munter sein“ – und natürlich den Ankündigungsanruf. Termine dafür sind erfahrungsgemäß Mitte November fast weg.

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Begrenzte Slots – wer früh fragt, bekommt den Wunschtermin.